Heilpraktikerverband FVDH bildet ab Herbst Mitglieder zu Osteopathen aus


Von Christoph Newiger

Siegfried H.W. Schierstedt arbeitet seit 1975 als Heilpraktiker in eigener Praxis in Münster. Er leitet seit 1983 die Geschäftstelle des Freien Verband Deutscher Heilpraktiker, FVDH, zu dessen Vorstand er seit 1999 zählt. Schierstedt ist Prüfungsbeisitzer für Heilpraktikerüberprüfung beim Gesundheitsamt sowie Dozent und Fachfortbildungsleiter für Homöopathie, Phytotherapie und Psychotherapie.

Der Freie Verband Deutscher Heilpraktiker, FVDH, wurde Anfang der 1980er Jahre als bundesweiter Berufsverband mit Landesverbänden gegründet und ist Mitglied im Dachverband Deutscher Heilpraktikerverbände e.V., DDH. 

Lieber Herr Schierstedt, Ihr Freier Verband Deutscher Heilpraktiker e.V., FVDH, bietet ab Herbst 2012 eine berufsbegleitende Osteopathieausbildung für seine Mitglieder an. Dabei orientieren Sie sich inhaltlich und vom Umfang her an dem Curriculum der Bundesarbeitsgemeinschaft Osteopathie e.V., BAO, mit 1350 Unterrichtseinheiten. Was hat den FVDH dazu bewogen, seinen Mitgliedern eine eigene, mehrjährige Osteopathieausbildung anzubieten? 
Grundsätzlich sehen wir uns als bundesweiter Berufsverband für die Aus- und Weiterbildung unserer Kolleginnen und Kollegen in den Praxen zuständig. Seit Jahren bieten wir für andere Therapieformen Ausbildung und natürlich auch Weiterbildung an. Die Osteopathie als Therapieform wird von Patienten zunehmend bevorzugt. So ist es nur natürlich, dass wir hier unseren Kolleginnen und Kollegen eine qualifizierte Aus- und Weiterbildung anbieten.


Speziell für Heilpraktiker gibt es diverse Fortbildungsanbieter auf dem Markt, die Osteopathiekurse mit deutlich kürzerer Ausbildungszeit anbieten. Warum hat sich der FVDH dazu entschieden, dem Curriculum der BAO zu folgen?
Der FVDH ist bestrebt, seinen Mitgliedern eine qualifizierte Ausbildung anzubieten. Dies bedeutet aber auch, dass wir uns hierbei inhaltlich an anderen qualifizierten Anbietern, sprich Fachverbänden z. B. für Osteopathie, orientieren.


Hat es dazu Gespräche mit osteopathischen Gesellschaften, Schulen oder der BAO gegeben oder sind solche Gespräche geplant?
Natürlich halten wir Kontakt zu osteopathischen Fachverbänden und tauschen uns in Bezug auf Ausbildung und qualifizierte Weiterbildung aus.

Für Ihr Ausbildungsangebot benötigen Sie Lehrpersonal, speziell auch für den Bereich der Osteopathie. Wie und wo haben Sie Ihre Dozenten akquiriert? 
Selbstverständlich haben wir innerhalb unseres Berufsverbandes qualifiziertes Lehrpersonal für die Ausbildung bzw. Fachfortbildung, so auch für die Osteopathie. Lehrbeauftragte für Osteopathie bei uns und somit Ausbildungsleiterin ist Frau Heilpraktikerin Dr. rer. med. Beate Kranz-Opgen-Rhein.


Sind bereits genügend Anmeldungen vorhanden um das erste Ausbildungsjahr zu starten?
Die Resonanz auf unsere Osteopathieausbildung innerhalb des Verbandes sowie auch von anderen Heilpraktikerverbänden ist sehr gut. Wir beabsichtigen, mit der Ausbildung im Oktober diesen Jahres zu beginnen.


Welche Kosten kommen auf die Teilnehmer zu?
Unsere Kostenkalkulation hinsichtlich der FVDH-Mitglieder ist noch nicht ganz abgeschlossen. Sie wird sich aber im Rahmen der Kosten anderer Fachverbände wie z. B. BAO bewegen. Unsere Mitglieder werden hier natürlich einen Kostenvorteil gegenüber Nicht-Mitgliedern haben.


Ihr Angebot ist also nicht ausschließlich FVDH-Mitgliedern vorbehalten?
Das Ausbildungsangebot ist in erster Linie für FVDH-Mitglieder sowie für Mitglieder in den Berufsverbänden, die im Dachverband Deutscher Heilpraktikerverbände e.V. (DDH) zusammengeschlossen sind.


Welche Zulassungsvoraussetzungen muss man für die Ausbildung mitbringen?
Zulassungsvoraussetzung für diese Ausbildung ist die Heilpraktikerzulassung.


Planen Sie auch postgraduierte Fortbildungen, die Ihre Teilnehmer nach ihrer Ausbildung besuchen können?
Eine postgraduierte Fortbildung ist bei uns im FVDH in Planung.


Die Erfahrung zeigt, dass Therapeuten, die sich in Osteopathie ausbilden lassen, anschließend vorwiegend oder ausschließlich osteopathisch arbeiten und sich auch als Osteopathen verstehen. Was erwarten Sie da von Ihren Mitgliedern?
Wir erwarten auch von unseren osteopathisch arbeitenden Heilpraktiker-Kolleginnen und Kollegen, dass sie den traditionell ganzheitstherapeutischen Therapieansatz praktizieren. In einem individuellen Therapie-Konzept steigern synergistische Maßnahmen die Erfolgsaussichten. So kann die Osteopathie ein sinn- und wirkungsvoller Baustein in einem naturheilkundlichen Therapie-"Paket" sein.


Lieber Herr Schierstedt, vielen Dank für das Interview!

© Osteopathische Medizin, Elsevier GmbH – Urban & Fischer, www.elsevier.de/ostmed

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24.03.2017 - 11:09 - www.osteokompass.de/de-literatur-archiv_uersicht-1341911219.html

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