Osteopathie in Europa

Da es unmöglich ist, die gesamte europäische Geschichte der Osteopathie auszuführen, beschränken wir uns auf die Darstellung der beiden bedeutendsten Nationen in diesem Bereich: England und Frankreich. Alle wichtigen Impulse für die übrigen Länder lassen sich mittelbar oder unmittelbar auf Initiativen aus Amerika oder diesen beiden Ländern zurückführen.

England
1898 betrat mit John Martin Littlejohn der erste Osteopath europäischen Boden. Ihm folgte fast zeitgleich Dr. William Smith, erster Anatomielehrer der ASO und ebenfalls hochrangiges Mitglied ihrer Fakultät. Nachdem Littlejohn 1913 mit seiner Familie endgültig von Amerika nach England übersiedelt war, eröffnete er 1917 in London mit der British Scholl of Osteopathy die erste Ausbildungsstätte für Osteopathie in Europa. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten sich bereits einige Osteopathen aus Amerika insbesondere in Schottland und England niedergelassen. Dennoch war es Littlejohns Verdienst, dass es Europäern erstmalig möglich war, die Kunst der Osteopathie auf ihrem eigenen Kontinent zu erlernen. Mit dem Journal of Osteopathy gründete er zudem das erste offizielle Wissenachaftsforum der europäischen Osteopathie. Er bemühte sich zudem intensiv um die berufliche Anerkennung der Osteopathie in England. Wie in Amerika standen auch in England die ärztlichen Vereinigungen diesem Bemühen im Wege und anders als in seinem Ursprungsland kam es – trotz des gesetzlichen Schutzes der Osteopathie im Jahre 2000 – bis heute nicht zur gleichwertigen Anerkennung.

Frankreich
1. Der ärztlichen Weg
Dr. Robert Lavezzari (1886-1977) wurde von einer Schülerin Stills, Florence Gair unterrichtet und ging 1936 nach Paris, wo er sich 1949 offen zur Osteopathie bekannte. Bis dahin ließen sich Ärzte in Amerika zum Osteopathen ausbilden, oder gingen ins London College of Osteopathy.

2. Die englische Route
Der Physiotherapeut Paul Gény gründete 1950 zusammen mit dem englischen Osteopathen Thomas G. Drummer die l’École francaise d’Osteopathie. Ziel war es, auch Nicht-Ärzten Möglichkeit zu geben die osteopathischen Techniken zu erlernen. Ausgehend von dieser Schule wurde das Konzept unter dem Namen Etiopathy auch in die Schweiz gebracht. Gény war es auch, der jene Studenten betreute, die am British College of Naturopathy and Osteopathy und der osteopathischen Klinik in Maidstone (später: European School of Osteopathy) ihre Ausbildung absolvieren wollten. Inzwischen haben die meisten französischen Osteopathen diesen Weg gewählt und sich unter der Association Francaise des Ostéopathes organisiert.

3. Die französische Route
Sutherlands Schüler Harold Magoun Sr. lehrte gemäß des Wunsches seines verstorbenen Lehrers 1964 zusammen mit Viola Fryman und Thomas Schooley in Paris neun Ärzte, bzw. Physiotherapeuten die Kunst der Kranialen Osteopathie. Rene Quéguiner, in dessen Praxis der Unterricht stattfand organisierte kurz darauf zusammen mit Francis Peyralade eine Organisation zur weiteren Verbreitung der Kranialen Osteopathie in Frankreich. Parallel dazu unterrichtete Denis Brooks den Gründer der l’association de Therapy Manuelle, Bob Bénichou.

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22.03.2017 - 23:03 - www.osteokompass.de/de-wissenswertes-geschichte-osteopathie_in_europa.html

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