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A

AFO

Akademie für Osteopathie e.V. (AFO) mit Sitz in Gauting bei München/Deutschland


AFODO®

Die Marke ist Eigentum der Akademie für Osteopathie, AFO, und wird an Therapeuten vergeben, die die Abschlussprüfung der Osteopathie-Ausbildung erfolgreich bestanden haben.

B

Bachelor of Science

Der Bachelor of Science (BSc) in Osteopathie kann als akademischer Grad an diversen Universitäten und Hochschulen von Osteopathen als Fortbildungsstudium erworben werden. Seit Herbst 2011 bietet die Hochschule Fresenius in Idstein, Hessen, den Bachelor of Science in Osteopathie auch als grundständigen Studiengang an. Der Titel berechtigt aber nicht zur Ausübung der Osteopathie. Hierfür ist in Deutschland mindestens der Heilpraktikertitel notwendig.

BÄK-Gutachten zur Osteopathie

Gutachten der Bundesärztekammer (BÄK) vom November 2009. Siehe: Wissenschaftliche Bewertung osteopathischer Verfahren.

Benchmarks for Training in Osteopathy

Siehe WHO-Ausbildungseckpunkte für Osteopathie

BSc

Abkürzung für Bachelor of Science. Siehe Bachelor of Science.

bvo

Abkürzung für Bundesverband Osteopathie e.V. Der bvo (vormals DROM, Deutsches Register Osteopathischer Medizin) wurde 2002 gegündet und hat seinen Sitz in Eching bei München. Der bvo versteht sich als Interessenvertretung für alle Osteopathen, ob Physiotherapeut, Heilpraktiker, Arzt oder sich in Ausbildung befindlicher Osteopath.

C

College Sutherland

  (Wikipedia)

D

D.Ä.O.®

Die Marke ist Eigentum der Ärztevereinigung für manuelle Medizin ? Ärzteseminar Berlin e.V., ÄMM, und steht für ?Diplom Ärztliche Osteopathie?. Sie wird ausschließlich an Ärzte mit abgeschlossener Weiterbildung ?Manuelle Medizin/Chirotherapie? verliehen, die das Fortbildungsprogramm für ärztliche Osteopathie (348 UE) erfolgreich absolviert haben.

D.O. DAAO

Der Titel steht für ?Diplom Osteopathische Medizin DAAO?. Die DAAO vergibt diesen Titel ausschließlich an Ärzte, die Ihre osteopathische Fortbildung (Grundprogramm und Aufbauprogramm) an der DAAO erfolgreich abgeschlossen haben.

D.O. päd.

Die Marke ist Eigentum des BVKO. Der Bundesverband Kinderosteopathie, BVKO, verleiht diese Marke ausschließlich an Osteopathen, die eine von der BVKO anerkannte Fortbildung in Kinderosteopathie abgeschlossen, eine schriftlichen Arbeit erstellt, an drei Normal- und drei Kaiserschnittgeburten teilgenommen und 150 Kinderklinikstunden unter Supervision absolviert haben.

D.O.B.T.®

Die Abkürzung steht für ?Diplom Osteopathische Befunderhebung und Therapie?. Die Marke ist Eigentum der ÄMM. Sie wird von der ?Berliner Akademie für osteopathische Medizin? ausschließlich an Physiotherapeuten mit Zertifikat ?Manuelle Medizin? vergeben, die das Fortbildungsprogramm ?Osteopathische Techniken? (398 UE) erfolgreich absolviert haben.

D.O.M.

Die Marke ist Eigentum der DGOM. Die Abkürzung steht für ?Diplom Osteopathische Medizin?. Die DGOM verleiht diese Marke ausschließlich an Ärzte, die ihre Fortbildung an der DGOM mit einer praktischen Abschlussprüfung erfolgreich abgeschlossen haben.

D.O.T.

Die Marke ist Eigentum der DGOM. Die Abkürzung steht für ?Diplom Osteopathische Therapie?. Die DGOM verleiht diese Marke ausschließlich an Physiotherapeuten, die ihre Fortbildung an der DGOM mit einer praktischen Abschlussprüfung erfolgreich abgeschlossen haben.

D.O.®

D.O. ist eine eingetragene Marke ist Eigentum des VOD. Sie wird nur an eigene Mitglieder vergeben, die nach mehrjährigen Ausbildung zum Osteopathen eine osteopathische Thesenarbeit angefertigt und erfolgreich verteidigt haben.

DGOM

Deutsche Gesellschaft für Osteopathische Medizin

DO

Osteopathen, die ihre mehrjährige Ausbildung im Ausland absolviert haben, tragen den Titel DO als Namenszusatz, auch wenn dieser Titel in Deutschland keine Gültigkeit hat. Dabei ist zu unterscheiden, ob der Titel in den USA als ?Doctor of Osteopathy? erworben wurde oder als nichtakademischer Titel an osteopathischen Privatschulen im europäischen Ausland.

DROM

Abkürzung für Deutsches Register Osteopathischer Medizin e.V. In 2010 hat sich DROM in bvo, Bundesverband Osteopathie e.V. umbenannt. Siehe bvo.

DVOM

Deutscher Verband für Osteopathische Medizin e.V.

E

EFO

European Federation of Osteopaths

EROP

European Register for Osteopathic Physicians

F

FORE

Forum for Osteopathic Regulation in Europe

H

Heilpraktiker

  (Wikipedia)
eine in Deutschland geschützte Berufsbezeichnung für Personen, die nach dem deutschen Heilpraktikergesetz von 1939 in der jeweils geltenden Fassung eine staatliche Erlaubnis besitzen, die Heilkunde auszuüben, ohne über eine ärztliche Approbation zu verfügen.

L

Littlejohn, John Martin (1866-1947)

John Martin Littlejohn wurde am 15.02.1866 in Glasgow als Pfarrerssohn geboren. John Martin war ein kränklicher aber hochintelligenter und wissbegieriger junger Mann. Trotz bitterster Armut war das Elternhaus vom geisteswissenschaftlichem Studium erfüllt, und so begann seine sprachwissenschaftliche Ausbildung bereits mit 16 Jahren an der Akademie Colraine in Nordirland. Nach dem Studium der Theologie (...) erwarb er mehrere Abschlüsse und Auszeichnungen in Jura, Theologie, Medizin, Philosophie und Soziologie und hielt 1886/87 seine ersten Vorlesungen. Das raue Klima und seine Konstitution hatten ihn zu einem introvertiert barschen, aber brillanten und vielseitig gebildeten Analytiker geformt. Zu diesem Zeitpunkt begann er an ernsten Blutungen im Hals zu leiden die ihn zum Klimawechsel zwangen. Eine große Universitätskarriere fand damit sein ihr jähes Ende. 1892 siedelte er mit seinen Brüdern James und William nach Amerika über und setzte seine Studien an der Columbia University in New York fort. Aufgrund seiner hervorragenden Leistungen übernahm er schon bald die Leitung des Amity College in College Springs, Iowa. Seine Beschwerden besserten sich allerdings nicht und so kam es 1895 in Kirksville zur schicksalhaften Begegnung mit Dr. Still. Bereits eine Behandlungen führte zur deutlichen Linderung. Da Still dringend qualifizierte Lehrer an seiner 1892 gegründeten American School of Osteopathy benötigte, bot er Littlejohn einen Posten als Physiologielehrer an. Tief beeindruckt von Stills Naturkonzept der Osteopathie willigte er ein, begann 1897 seine Arbeit, schrieb sich ein Jahr später als Student ein und wurde noch im selben Jahr Schuldekan. Innerhalb der Fakultät gab es jedoch schon bald einen tiefen Konflikt: Stills Anhängern galt der anatomische Zugang zur Osteopathie als heilig. Littlejohn und seinen Brüdern schien dies zu einfach; sie betrachteten die komplexere Physiologie als Kern der Osteopathie. Aber es ging auch um einen zeitlosen Konflikt: Akademisch gebildete Ärzte standen praxisorientierten Osteopathen gegenüber. Zu allem Überfluss verliebte sich Littlejohn in die lebenslustige Tochter seines Lehrers, Blanche Still. (...) Als er schließlich noch als Dekan abgesetzt wurde, kam es zum endgültigen Bruch mit der ASO. Mit seinen Brüdern (...) ging er nach Chicago und gründete dort 1900 das Chicago College of Osteopathy. Der Unterricht wurde in den theoretischen Fächern erweitert und die Physiologie als Kernfach etabliert. (...) 1913 zog die inzwischen achtköpfige Familie Littlejohn nach Bagger Hall nahe London und John Martin begann noch während der Kriegsjahre mit ?Krankenhausarbeit? und ?Unterweisungen?. 1917 gründete er die British School of Osteopathy in London und legte mit dem Journal of Osteopathy endgültig das osteopathische Fundament Europas. (...) Schließlich verstarb der neben Still wohl wichtigste Vertreter der Osteopathie 1947 in Bagger Hall. Stellte Still Körper und Seele der Osteopathie dar, so war John Martin Littlejohn unbestritten ihr Verstand. Er erweiterte das physiologische Konzept und legte damit einen bedeutenden Grundstein für ihren späteren Siegeszug in Amerika. Die europäische Osteopathie ihrerseits wäre in der heutigen Form ohne ihn undenkbar. © 2005, JOLANDOS eK

M

M.R.O.®

Diese Marke ist Eigentum des VOD. Die Abkürzung steht für Mitglied im Register der Osteopathen. Sie wird nur an eigene Mitglieder vergeben, die bereits die Marke D.O. ® tragen und sich zusätzlich in das verbandseigene Register eintragen.

Masseur

  (Wikipedia)
Der Masseur und medizinische Bademeister (weibliche Form: Masseuse) ist die Berufsbezeichnung für einen Gesundheitsfachberuf, bei dem Menschen Therapien wie Massagen, Elektrotherapien oder Bäder zur Heilung oder Linderung bei Erkrankten anwenden. Ihre Heilhilfstätigkeit erfolgt auf Anweisung von Ärzten in Form von Rezepten bei niedergelassenen Ärzten oder Therapieplänen in Krankenhäusern, Reha-Zentren und Kurheimen. Die Ausbildung und der Beruf ist seit 1994 durch das Masseur- und Physiotherapeutengesetz (MPhG) geschützt.

Master of Science

Der Master of Science (MSc) in Osteopathie kann als akademischer Grad u.a. an der Donau-Universität Krems (Österreich) erworben werden. Der akademische Grad kann (mit entsprechender Landeskennzeichnung) in Deutschland geführt werden, berechtigt aber nicht zur Ausübung der Osteopathie. Hierfür ist in Deutschland mindestens der Heilpraktikertitel notwendig.

MSc

Abkürzung für Master of Science. Siehe Master of Science.

Musterprozess

Der sog. Musterprozess wurde von der Bundesarbeitsgemeinschaft Osteopathie, BAO, angestrengt, um damit auf dem Rechtsweg den eigenständigen Heilberuf zu erwirken. Ein Osteopath BAO hatte für diesen Musterprozess auf eigenständiges osteopathisches Arbeiten geklagt. Das Verwaltungsgericht Düsseldorf wies die Klage am 08.12.2008 zurück (7K 967/07). Laut Urteil entbinden die Ausbildungs- und Prüfungsstandards der BAO den Kläger nicht von der Erlaubnispflicht nach dem Heilpraktikergesetz. Das Gericht sah sich in seiner Auffassung durch die WPO-Osteo in Hessen bestätigt: "Offensichtlich sah der hessische Verordnungsgeber in den privaten Regelungen der BAO [...] keine ausreichende rechtliche Grundlage für die berufliche Tätigkeit von Osteopathen." Das Urteil wurde im Oktober 2010 rechtskräftig, nachdem die Klägerseite ihren Antrag auf Berufung zurückgezogen hatte.

O

Osteopath BAO

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Osteopathie, BAO, vergibt diesen Titel an jene Osteopathen, die ihre Abschlussprüfung gemäß der Prüfungsverordnung der BAO erfolgreich abgeschlossen und zusätzlich eine mind. 10-seitige osteopathische Abschlussarbeit erstellt haben. Osteopathen BAO haben in der Regel ihre Ausbildung an einer Mitgliedschule der BAO absolviert und damit Osteopathie nach dem gleichen Curriculum erlernt.

Osteopath/Osteopathin

Die Bezeichnung wird allgemein für Heilkundler (Arzt, Heilpraktiker, Physiotherapeut) verwendet, die vorwiegend oder ausschließlich Osteopathie praktizieren. Der Begriff bezeichnet aber keinen eingenständigen Beruf, da es diesen in Deutschland nicht gibt. In Hessen ist die Bezeichnung als staatlicher Titel geschützt und wird durch die ?Weiterbildungs- und Prüfungsordnung im Bereich der Osteopathie? (WPO-Osteo) vom 04.11.2008 geregelt. Als Osteopathen dürfen sich in Hessen nur Physiotherapeuten, Masseure, medizinische Bademeister und Heilpraktiker nennen, die eine osteopathische ?Weiterbildung? an einer ?staatlich anerkannten Weiterbildungseinrichtung? durchgeführt haben.

R

ROD

Register der traditionellen Osteopathen in Deutschland

S

Schulverzeichniss


Still, Andrew Taylor (1828 - 1917)

Die Osteopathie wurde vom amerikanischen Landarzt Andrew Taylor Still entdeckt. Als Sohn eines Methodistenpredigers war er nicht nur mit den Grundlagen der Seelesorge, sondern auch mit einfacher Volksmedizin vertraut. Die ersten Jahrzehnte seines Lebens verbrachte er in der völlig wilden Natur des Grenzlandes zum unberührten Westen. In dieser Zeit intensivster Naturbeobachtung eignete sich Still trotz rudimentärster Schulausbildung ein einzigartiges funktionelles Anatomiewissen an. Nach der Rückkehr aus dem amerikanischen Bürgerkrieg, in dem er eine aktive militärische und politische Rolle auf Seiten der Sklavereigegner ausübte, nahm sein Schicksal 1864 eine entscheidende Wende. Nachdem innerhalb weniger Tage drei seiner Kinder einer tödlichen Meningitisepidemie erlagen und kurz darauf auch ein viertes Kind (...) an einer Lungenentzündung verstarb, wandte sich Still enttäuscht von der ?heroischen Medizin? und sämtlichen religiösen Institutionen ab, um eine bessere Medizin zu finden. Er begann sich mit den geistigen Strömungen seiner Zeit zu beschäftigen. (...) In dieser Zeit erwarb er sich zudem Kenntnisse im Bereich Mechanik und Elektrizitätslehre. (...) Bei seiner Suche legte der oft exzentrisch auftretende Still für die damalige Zeit strengste wissenschaftliche Maßstäbe an. Alles, was sich in der Praxis umsetzen ließ und allein seinen Patienten dienlich erschien, wurde in sein osteopathisches System integriert, der Rest wurde abgelehnt ? und dies vollkommen unabhängig von gängigen Modeerscheinungen, Expertenmeinungen, Überlieferungen oder Fachliteratur. Still verkörperte damit das Idealbild eines neutralen Empirikers. Als Ergebnis seiner langen und intensiven Suche hatte Still eine neue Medizinphilosophie entdeckt, deren ?Geburt? Still auf den 22.06.1874 datiert: Die Osteopathie. (...) Aufgrund enormer Behandlungserfolge und der außergewöhnlichen Fähigkeit sein immenses Universalwissens fast spielend funktionell zu vernetzen, breitete sich sein Ruf als ?Wunderdoktor? in der Umgebung rasch aus. Auf Drängen von Patienten und sogar einiger Mediziner gründete Still daraufhin 1892 im Alter von 64 Jahren in Kirksville schließlich die erste osteopathische Ausbildungsstätte der Welt, die American School of Osteopathy (ASO). (...). Um den Jahrhundertwechsel widmet sich Still wieder seinen Lieblingsbeschäftigungen: Naturbeobachtungen, innere Weiterentwicklung und geselliger geistiger Austausch. Verehrt von seinen Studenten und Patienten, entfremdet sich seine Fakultät mehr und mehr vom ?Old Doctor?. (...). Davon unbeirrt forscht Still vorurteilsfrei weiter und versucht immer tiefer in die Geheimnisse der Osteopathie einzutauchen. 1917, über ein halbes Jahrhundert nach seinem Aufbruch als einfacher Landarzt, stirbt Still (...). © 2005, JOLANDOS eK

Sutherland, William Garner (1873-1954)

William Garner Sutherland (...) wurde im ländlichen Portage County, Wisconsin, geboren. Wie Still wurde auch Sutherland vom einfachen Leben des Mittleren Westens mit seinem bäuerlichen Charakter nachhaltig beeinflusst. Ein Erlebnis sollte ihn hierbei besonders prägen: In einem Beet im Garten ließ Sutherlands Vater seine Kinder Kartoffeln anpflanzen und später ernten. Nachdem sie bei der Ernte scheinbar alle Kartoffeln gefunden hatten, sagte der Vater sie sollten noch mal graben und erneut suchen ? ?Dig on!? ? und wieder fanden sie Kartoffeln. Auch ein dritter Versuch war von Erfolg gekrönt. (...) ?Dig on!? ? die Suche nach dem Unsichtbaren ? sollte zum Leitmotiv seines Lebens werden. (...) 1893 ging er nach Fayette, Iowa, um die Upper Iowa University zu besuchen. Anschließend (...) wurde (...) er Herausgeber des Daily Herald in Austin, Minnesota. In dieser Stellung hörte er 1898 von Dr. Still und der Osteopathie. Noch im selben Jahr schrieb er sich in der American School of Osteopathy ein und schloss seine Ausbildung mit dem Jahrgang von 1900 ab. Sein Studiengeld besserte er sich u.a. mit dem Redigieren der Texte seines Physiologie-Lehrers Dr. Littlejohn auf, der zugleich auch Sutherland Kommilitone war. Ein interessantes Detail, denn Littlejohn schrieb bereits zu diesem Zeitpunkt über Bewegungen im Schädel. Gegen Ende seiner Ausbildung kam dem jungen Sutherland beim Betrachten der Suturen einzelner Schädelknochen eines disartikulierten Schädels der Gedanke ?Wie die Kiemen eines Fisches?. Er antizipierte eine atemähnliche Bewegung in den Suturen und versuchte seine Hypothese in den folgenden Jahrzehnten durch gewagte Eigenexperimente zu widerlegen (!). Da es ihm nicht gelang, übertrug er das Konzept der traditionellen Osteopathie auf die Schädelknochen, entwickelte dazu ausgefeilte und extrem feine Techniken und begründete damit das Konzept der Kranialen Osteopathie. (...) Nach über zwei Jahrzehnten der Forschung im kranialen Bereich (...) unterbreitete er erstmals die Grundideen seines Konzeptes (...). Aufgrund des steigenden Interesses einer kleiner Gruppe Osteopathen veröffentlichte Sutherland 1939 das bereits erwähnte Büchlein The Cranial Bowl, in dem er das Resultat von 40 Jahren Forschung auf wenigen Seiten darlegt. Trotz des mäßigen Echos fährt er fort, die Kraniale Osteopathie immer weiter zu vertiefen. Und Mitte der 1940er überrascht er seine Kollegen erneut mit einer bahnbrechenden Neuerung: Sutherland beginnt in seinen Seminaren zunächst noch zurückhaltend, später immer offener die Begriffe ?flüssiges Licht?, ?Potency? und ?Primärer Respiratorischer Mechanismus? (PRM) in Verbindung mit dem bekannten Bibelausdruck ?Atem des Lebens? zu erläutern. (...)Sutherland betonte (...) zudem oft und nachdrücklich, dass seine inzwischen als Kraniosakrale Osteopathie bezeichnete Methode als integraler Bestandteil der traditionellen Osteopathie zu verstehen ist und unter keinen Umständen eine eigenständige Behandlungsform darstellt. 1954 stirbt Sutherland als einer der meistgeehrten Mitglieder seines Berufsstandes und obwohl der PRM bis heute nicht nachgewiesen werden konnte, gilt die Kraniosakrale Osteopathie als einer der großen Pfeiler der Osteopathie. © 2005, JOLANDOS eK

V

VOD

Abkürzung für Verband der Osteopathen Deutschland e.V. Der VOD wurde 1994 gegründet und hat seinen Sitz in Wiesbaden. Er ist der mitgliederstärkste Osteopathenverband in Deutschland und hat die Anerkennung eines eigenständigen Heilberufs Osteopath, die Information und Qualitätssicherung sowie die Vermittlung von Therapeuten zum Gegenstand.

VPT

Verband Physikalische Therapie e.V.

W

WHO-Ausbildungseckpunkte für Osteopathie

In ihrer siebenteiligen Reihe zu Eckpunkten in der Ausbildung komplementärer Medizin hat die Weltgesundheitsorganisation WHO (World Health Organization) im November 2010 Standards für die Ausbildung in Osteopathie veröffentlicht. Die "Benchmarks in Training in Osteopathy" sollen sicherstellen, dass die osteopathische Ausbildung ein Mindestmaß an Fachwissen und Fähigkeiten sowie eine genaue Kenntnis von Indikationen und Kontraindikationen vermittelt, damit Osteopathen mit Patienten im Primärkontakt arbeiten können. Osteopathie wird von der WHO als eigenständige Medizinform definiert, die sowohl Diagnose als auch Behandlung umfasst und sich von anderen Gesundheitsberufen abgrenzen lässt, in denen ebenfalls manuelle Techniken zur Anwendung kommen, wie in der Physiotherapie oder Chiropraktik. Bereits in 2003 hatte die WHO mit ihrer Resolution WHA 56.31 die Mitgliedsstaaten aufgefordert, Komplementärmedizin, zu der auch die Osteopathie zählt, in die jeweiligen nationalen Gesundheitssysteme einzubinden. Die veröffentlichten Eckpunkte sollen Gesundheitsbehörden als Grundlage dienen, um die Ausbildung, Prüfung und Zulassung qualifizierter Osteopathen gesetzlich zu regeln.

Wissenschaftliche Bewertung osteopathischer Verfahren

Der Vorstand der Bundesärztekammer (BÄK) hatte seinen wissenschaftlichen Beirat mit einer Bewertung osteopathischer Verfahren beauftragt. Die umfangreiche Ausarbeitung wurde im November 2009 im Deutschen Ärzteblatt online veröffentlicht. Der Beitrat befasste sich in seiner Ausarbeitung u.a. mit den Definitionen, der Stellung der Osteopathie im Gesundheitssystem, den bisherigen Nachweisen der Wissenschaftlichkeit, der Wirksamkeit und Sicherheit, der Beurteilung der osteopathischen Philosophie, den Risiken und Nebenwirkungen, den rechtlichen Fragen und den Qualifizierungswegen. In der zusammenfassenden Bewertung heißt es u.a.: ?Offensichtlich ist eine inhaltlich-konzeptionelle Differenzierung der Begriffe ?Osteopathie? und Manuelle Medizin bisher nicht ohne Weiteres möglich. Denn osteopathische Verfahren lassen sich, wie die Anhörung von Experten größtenteils bestätigte, auch anwenden, ohne das besondere Menschenbild der ?Osteopathie? amerikanischer Prägung und deren Funktionsvorstellungen zu übernehmen. Es reicht, lediglich die Ebene anatomischer und neurophysiologischer Grundlagenforschung zu betrachten.?

WPO-Osteo

Abkürzung für: Verordnung einer Weiterbildungs- und Prüfungsordnung im Bereich der Osteopathie. Mit ihr können Absolventen staatlich zertifizierter Osteopathie-Schulen den staatlich geschützten Titel "Osteopath" erlangen. Die WPO-Osteo gilt ausschließlich für Physiotherapeuten, med. Bademeister, Masseure und Heilpraktiker, aber nicht für Ärzte. Staatlich anerkannte Osteopathen, die nicht Heilpraktiker sind, benötigen weiterhin die Anweisung / Verordnung eines Arztes oder Heilpraktikers.Die WPO Osteo gilt ausschließlich in Hessen.

Z

Zert. O.M.

Das ?Zertifikat Postgraduierte Ausbildung in osteopathischer Medizin? (Zert. O.M.) wird vom Ärzteseminar Osteopathische Medizin (ÄSOM) innerhalb der DAOM an Ärzte mit Zusatzbezeichnung "Manuelle Medizin" vergeben. Voraussetzung ist die Absolvierung der DAOM-Grundausbildung (1.-3. Ausbildungsjahr) und zweier klinischer Kurse sowie die erfolgreiche Teilnahme an einer mündlich-theoretischen und praktischen Prüfung.

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